Lerntypen und das Erlernen der Chinesischen Sprache


lerntypen gehirnIn den ersten drei Lebensmonaten bilden sich bei dem Menschen die meisten Verknüpfungen unter den Nervenzellen im Gehirn. Und das kommt nicht von ungefähr – immerhin beginnt der junge Mensch nun damit seine Wahrnehmungsorgane aktiv zu nutzen.

Je nachdem welche Eindrücke und Möglichkeiten dem Kind geboten werden, wird sein späteres Aufnahmevermögen für die verschiedensten Themen und auf die verschiedensten Wahrnehmungswege ausgprägt sein – bei den einen mehr visuell ausgerichtet, bei den nächsten auditiv, beim nächsten kommunikativ und der andere muss aktiv mit dem Umgehen, was er lernen möchte.

Dies sind vier grobe Richtungen, in die sich die Fähigkeiten des Menschen in Bezug auf Lernen Aufnahme von Lerninhalten entwickeln kann. Kein Mensch gehört nur zu einem Lerntyp – tatsächlich bewegen wir uns alle immer in allen vier Lerntypenfeldern. Die einen mehr im visuellen – sie lernen vor allem vom sehen und lesen – die anderen lernen gut durch zuhören, die nächsten müssen mit anderen über die Lerninhalte sprechen und sich austauschen und wieder andere müssen rausgehen und die Sprache, die sie erlernen aktiv ausprobieren um die Worte zu behalten.

Doch so sehr wir uns auch anstrengen und vielleicht sogar vor allem zum auditiven Lerntyp tendieren – die Chinesische Sprache wird sich uns allein durch das Hören kaum erschließen – und der Grund ist ganz einfach … unsere Prägung in den ersten 3 Lebensmonaten – als wir begonnen haben das gesprochene Wort aktiv zu hören und später auch nachzuahmen:

Die Menschen, die mit uns sprachen waren unsere Eltern, vielleicht noch Oma und Opa und Onkels und Tanten … doch allen Personen, die mit uns hörbaren Kontakt aufnahmen waren durchweg Deutsche (bei den meisten von uns). Die deutsche Sprache ist aber von der Chinesischen oder sogar von den meisten asiatischen Sprachen so weit entfernt, dass wir die Feinheiten in der Betonung von Silben, die komplett unterschiedliche Bedeutungen hervorbringen nur schwer erfassen können. Für uns Deutsche (Engländer, Franzosen, Italiener, Spanier, Russen, Türken, …) bedeutet eine Veränderung in der Betonung einer Silbe keineswegs ein neues Wort mit komplett anderer Bedeutung – es ist vielmehr der Ausdruck von Wichtigkeit eines Wortes oder von Emotionen, die wir hineinlegen möchten – eventuell noch die Richtung der Aussagekraft bestimmen: ist es eine Frage, Aussage oder Ausruf.

Dies bedingt, dass wir auch der auditive Lerntyp noch genauer und konzentrierter mit den Audio-Medien arbeiten muss und noch mehr auf die Mitwirkung der anderen Wahrnehmungskanäle angewiesen ist, um sich erfolgreich die Sprache merken und somit erlernen zu können.

Ich bin sehr gespannt, ob sich Sprachwissenschaftler, Erziehungswissenschaftler, Sinologen und Pädagogen in den Kommentaren unten zu Wort melden werden und mir zustimmen oder vielleicht sogar widersprechen (für Kritik bin ich immer offen)!

Schließen möchte ich mit der Lernempfehlung, dass gerade ein erfolgreiches Chinesisch-Lernprogramm (und damit meine ich nicht allein Chinesisch-Lernen-Software, sondern auch Lern-Programme/Lernpläne des Chinesischunterrichts / Chinesischstudiums) auf möglichst viele Wege unsere Sinne kitzeln und uns zum aktiven Tun animieren muss.

Weiterführende Links:
Lerntypen Test bei Wikipedia
Lerntypen Test von Frederik Vester auf NetSchool
Lerntypentext nach Uta Reimann-Höhn (hier als pdf)
Noch ein Online-Lerntypentest
Lerntypentest auf Philognosie.net
„Lernstrategie mit Lerntyp optimieren“ im Comhard-Blog

Blogs, die über Lerntypen schreiben:
„Der auditive Lerntyp“ im Verbaudet-Blog
„Aktuelle Babbel-Studie widerlegt das Modell der vier Lerntypen“ im Blog von Online-Sprachen-Lernen




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